Liebe Freunde

 

Es gibt Zeiten, da haben wir Zeit zum Schreiben und andere, da haben wir weniger Zeit, aber heute habe ich mit vorgenommen, alles Andere liegen zu lassen, um euch über Neuigkeiten aus dem Tierheim zu berichten. Zur Zeit ist es sehr schwer. Die Anzahl der Hunde, die wir aufgenommen haben, ist enorm. Auch wenn ich sagen kann, dass wir einen Transport mit Hunden nach Europa machen konnten und einige Hunde in Spanien adoptiert wurden, ist die Zahl der Galgos und anderer Rassen in alarmierender Weise gestiegen. So sehr, dass wir Rettungsaktionen, wie die in El Cuervo, Sevilla, aufschieben müssen, bis das Tierheim wieder etwas leerer geworden ist.

 

Im Moment haben wir mehr als 450 Hunde und ständig bekommen wir Anrufe von verschiedenen Stellen, um weitere abzuholen. Deshalb haben wir schon eine lange Warteliste, die jeden Tag wächst. Zum Beispiel ist Maria-José gestern nach Cuellar gefahren um eine stark verängstigte ausgesetzte Galga zu retten, die aber, nachdem der ganze Vormittag verstrichen war, einfach nicht in die Käfigfalle gehen wollte. Also müssen wir bald wieder dorthin, um es erneut zu versuchen.

 

Dieses Jahr gibt es mehr ausgesetzte Galgos als gewöhnlich. Aber sie sind nicht die einzigen, die bei uns im Tierheim zurückgelassen werden. Wir haben auch eine große Anzahl Galgos in den Straßen gesehen, deren Rettung nicht möglich ist, da sie vor uns davonlaufen. Und folglich, wie erwartet, steigen auch die Zahlen der Opfer von Verkehrsunfällen. Der Grund könnte sein, dass bis dieses Jahr ein Abkommen zwischen der Federacion Española de Caza (spanische Jagdvereinigung) und je einer Tötungsstation in Simancas und Zamora (uns bekannt) existierte, wo alle von den Jägern ausrangierten Galgos zur Einschläferung endeten. Angeblich auf anständige Weise, obgleich ich nicht verstehe, wo bei so etwas die Würde bleibt. Ich denke, es gab keinerlei Kontrollen, und es gibt Gerüchte über Gräueltaten, wie den Umstand, dass die Hunde sofort nach ihrer Ankunft eingeschläfert wurden und andere Dinge, die wir nicht beweisen können, aber man munkelt davon.

 

 

Nun scheint es so, dass die Jagdvereinigung, nachdem bestätigt war, dass mehr als 80%der Hunde in den Tötungsstationen Galgos sind, die Federacion Española de Galgos (spanische Galgovereinigung) um Kostenbeteiligung gebeten hat. Und es scheint, dass diese sich geweigert hat, und sich jetzt die Jagdvereinigung ihrerseits weigert, für den “Saison-Ende-Müll“ der Jäger zu bezahlen. Ja, für sie sind diese liebenswerten Galgos am Ende der Saison nichts als Abfälle, die es noch nicht einmal wert sind, einen Tierarzt zu bezahlen, um sie anständig einschläfern zu lassen. Sie behaupten auch noch, sie schützten die Galgos und gründen mit einigen Tierheimen eine Plattform, die sogenannte “Plattform für den Schutz spanischer Galgos“. Auch wenn es eine gute Idee hätte sein können, fürchte ich, es besteht kein Interesse die Galgos zu schützen, wohl aber ihren eigenen Ruf.

 

 

So oder so, ich könnte euch noch viel erzählen, aber ich denke wir sollten zum praktischen Teil übergehen. In diesem Fall dazu, dass ihr die Hunde in unserem Tierheim adoptiert, je mehr, desto besser. In letzter Zeit sind die Adoptionen rückläufig und ihr wisst, unsere Hunde brauchen euch. Erinnert euch, wenn ihr einen Hund adoptiert, rettet ihr zwei Leben. Das des adoptierten Hundes, und das Leben des Hundes der dessen Platz im Tierheim einnehmen kann. Wir haben eine ellenlange Warteliste und würden sie gerne so schnell wie möglich verkürzen.

 

Grüße und vielen Dank,

 

Fermín