Jetzt fragt ihr euch: Wer ist Lindo? Lindo ist ein in der Region Pontevedra ausgesetzter Esel. Die Person, die ihn gefunden hat hatte sich mit "El Refugio del Burrito" ("Heim für junge Esel") in Verbindung gesetzt mit der Frage, ob er dort aufgenommen werden kann. Ivan hatte seinen Anhänger bei seinem letzten Besuch hiergelassen und fragte daher, ob wir Lindo holen könnten. Am 6. September haben wir den Anhänger in Valladolid desinfizieren lassen und alles für den nächsten Tag vorbereitet, an dem wir direkt nach meiner Arbeit bei Schulschluss losfahren wollten – was Frau Jose und ich auch taten und uns dabei gegenseitig damit aufzogen, dass wir 1000 km weit fuhren, um einen Esel abzuholen aber uns eine solche Reise sonst nichtmals im Urlaub zumuten würden! Aber so ist das Leben.

Wir kamen an und warteten auf seinen Retter, haben ihn getroffen und fuhren dann so schnell zu Lindo, als würde er auf uns warten – was mit einem Anhänger wirklich Schwerstarbeit war aufgrund der auf- und absteigenden Wege mit unmöglichen Kurven, die uns oft glauben liessen, wir würden über die Klippen stürzen aber letztendlich hat alles geklappt. Mit unserem Herz in der Hose kamen wir bei Lindo an und das nächste Problem bestand darin, ihn auf den Anhänger zu bekommen. Ich zog, Frau Jose und Anton, sein Retter, schoben von hinten als plötzlich das Seil riss und ich heftigst auf den Allerwertesten flog. Gut, dass der Anhänger innen gut gepolstert ist sowohl auf dem Boden als auch im Bereich der Stangen, ansonsten wäre ich jetzt wohl im Krankenhaus!

Letztendlich beschloss Lindo, uns zu helfen und stieg in den Anhänger und dann kam der zweite Schreckensteil, also die Rückfahrt über besagte Strecke aber wir haben es schliesslich geschafft und kamen zur Hauptstrasse. Auf der halben Strecke war ich ziemlich durstig und wir mussten tanken, fuhren also von der Autobahn und durch ein Dorf und nachdem das Auto und ich genug getrunken hatten und wir auch nach Lindo geschaut hatten fuhren wir weiter. Den nächsten Halt verdankten wir der Guardia Civil. Sie checkte unsere Papiere die soweit in Ordnung waren bis auf ein kleines Detail, das weniger verständnisvolle Beamte zum Anlass hätten nehmen können das Gefährt stillzulegen. Aber wir durften dann doch weiterfahren und Frau Josehat mir schon gesagt, dass wenn ich das nächste Mal Durst habe soll ich gefälligst in eine Flasche pinkeln und mich dann daraus bedienen. Um 3 Uhr morgens kamen wir im Tierheim an und bei dem Versuch, Lindo abzuladen wurde Frau Joses Fuss arg gequetscht. Ergebnis des Tages also ein lieber lieber Esel und zwei Verletzte. So sieht das Leben von Tierschützern aus! ...

Bis bald

Fermín

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