Seit 9 Jahren fährt der deutsche Tierarzt Karl Sewastianiuk nach Scooby um dort ehrenamtlich dringend benötigte Hilfe vor Ort zu leisten. Bereits zum 8. Mal war nun auch seine Familie mit von der Partie. Seine Frau Friederike assistiert Karl bei den OP's und koordiniert und organisiert von Deutschland aus auch die Einsätze der freiwilligen Scooby-Helfer und teilweise auch die der Tierärzte.

Seit Sohn Bennet schulpflichtig ist, nutzt die Familie Sewastianiuk jährlich die Osterferien, um gemeinsam und inkl. der 4 eigenen Hunde die einfache Strecke von 1950 km nach Medina del Campo zurückzulegen. Bei Scooby werden in dieser Zeit dann eine Menge Hunde und Katzen durch Karl medizinisch betreut und versorgt. Zu Fermin Perez, dem Leiter des Tierheims verbindet die Familie seit vielen Jahren eine enge Freundschaft.

Im Frühjahr spendete GPI einen gebrauchten Wohnwagen älteren Baujahrs, um die freiwilligen Helfer vor Ort besser unterbringen zu können. Dieser Wohnwagen wurde von Karl Sewastianiuk nun, vollgepackt mit Sachspenden des Vereins (medizinisches Equipment und vier gespendete Fahrräder),  nach Spanien gezogen. Besonders über die Fahrräder freute man sich bei Scooby, da die Helfer nun viel mobiler sind. Die meisten Freiwilligen reisen per Flugzeug an und waren bisher nicht mobil. Nun können sie auch mal in den Ort fahren, um Lebensmittel einzukaufen oder sich dort umzusehen. Hier sei den Familien Bachmann, Benzing, Schulz und Sewastianiuk nochmals gedankt.

Karl Sewastianiuk kennt das Tierheim noch aus seinen Anfängen in einer grossen, alten Halle. Die erschwerten Bedingungen, unter denen er damals innerhalb von 2 Monaten 200 Hunde kastrierte, sind ihm noch gut im Gedächtnis. Kein Vergleich mehr zum heutigen Gelände und den Räumlichkeiten inkl. des relativ modernen Medical-Center, das nur mit der Unterstützung und den Spenden vieler Tierschutzorganisationen realisiert werden konnte. Dank einiger GPI-Mitglieder konnten ein komplettes Narkosegerät, ein EKG-Monitor, diverse OP-Instrumente, eine fahrbare OP-Lampe, Sterilisator sowie benötigtes Verbands- und Nahtmaterial nach Scooby geschickt werden. Auch leistet die von GPI auf dem Sommerfest 2006 an Fermin Perez überreichte Waage den Tierärzten vor Ort gute und sinnvolle Dienste. Mit einem von Sonja Gosejacob gespendeten Betäubungsblasrohr können nun beispielsweise Ziegen und Schafe sediert werden um diese zu kastrieren. Dies war ohne dieses Hilfsmittel immer schwierig, denn das Scooby-Gelände ist groß und ein normales Einfangen der Tiere problematisch. Aber auch ein scheuer Galgo konnte mit dem Blasrohr eingefangen werden. Karl und Fermin zeigten viel Geschick im Umgang mit dem Gerät.  

In den Osterferien 2007 hat Karl Sewastianiuk aber nicht nur Hunden und Katzen helfen können. Auch 6 Ziegen und Schafe, 2 Schweine und 1 Hase wurden von ihm medizisch versorgt. Im letzten Jahr wurden in den Osterferien unter anderem ca. 70 Greyhound-Damen von der Rennbahn Barcelona von ihm und seinem ebenfalls freiwilligen Kollegen Kees Bakker kastriert. Aber nicht immer handelt es sich um solche Routineeingriffe. Manche Fälle hängen auch den routinierten Tierärzten nach. So mußte Karl z.B. in diesem Jahr einem Hund ein Auge entfernen, der mit einer schweren Augenverletzung ins Tierheim gebracht wurde. Vermutlich irrte er schon tagelang mit dieser Verletzung durch den Ort, bis sich jemand erbarmte, ihn einzufangen und bei Scooby abzugeben.

GPI hatte darum gebeten, auf dem Rückweg evtl. einen Galgo mitzubringen, der aus irgendwelchen Gründen dringend einen Platz in der Pflegestelle benötigt, z.B. weil er oder sie eine intensive, medizinische Betreuung benötigt. Friederike entdeckte nach einigen Tagen eine zierliche, rauhaarige Hündin, die etwas verloren und alleine auf dem Gelände stand. Sie wurde von den anderen Hunden der Gruppe gemobbt. Nunca, so heißt das Mädchen, begnügte sich auf der Rückfahrt mit einem Plätzchen zu Friederikes Füßen und schlief fast die gesamte Zeit. Auch nach kleineren Zwischenstopps hopste Nunca sofort wieder auf ihren Platz.

 

Mit diesem Artikel möchten wir Euch nicht nur eine Geschichte erzählen. Wir möchten auch aufmerksam machen auf die weiß Gott nicht selbstverständlichen, ehrenamtlichen Tätigkeiten von Menschen wie Karl und Friederike, die sie für die Tiere bei Scooby leisten. Freiwillige Tierärzte und  Tierarzthelfer werden dringend gebraucht. Die Erfahrung zeigt aber leider, daß sich deutsche Tierärzte sehr selten zu solchen ehrenamtlichen Einsätzen bereit erklären, während holländische und amerikanische Ärzte und deren Helfer in Scooby schon fast zum „Inventar“ gehören. Handwerker und auch handwerklich Begabte sind ebenfalls jederzeit willkommen. So wird derzeit dringend ein Elektriker benötigt, der eine Deckenverteilung bzw. Steckdosen über dem OP-Tisch anbringt, damit die Kabel nicht im Bodenbereich herumliegen. Auch fliegt der FI-Schalter beim Einsatz des dringend benötigten Sterilisators des OP-Bestecks immer wieder heraus. Interessierte können sich bei Friederike unter volunteering@scoobymedina.com melden. Außerdem besteht noch dringender Bedarf an Silberspray. Tierhaarschneidemaschinen und Braunülen wurden über GPI schon auf den Weg nach Scooby gebracht. 

Abschließend möchten wir diesen Artikel noch dazu nutzen, um ganz herzlich „DANKESCHÖN“ zu sagen für den großartigen Einsatz von Karl und Friederike, für die „gespendete“ Freizeit, für Sohn Bennets „gespendete“ Ferien und auch ein Lob für Bennets Engelsgeduld. Denn sicherlich ist ihm auch manchmal ziemlich langweilig, bedenkt man, daß andere Familien ihre Ferien vielleicht am Strand verbringen.

 

Last but not least nochmals ein besonderer Dank für den süddeutschen Zweig der GPI-ler für das engagierte "Sammeln" der Sachspenden und in der Hoffnung das noch mehr Mitglieder im Süden hinzukommen und ebenso engagiert unseren Verein unterstützen!

Die Hunde (und natürlich auch die anderen Tiere bei Scooby) brauchen diese Unterstützung dringend. Und sie geben uns so viel zurück, beweisen uns tagtäglich ihre Bereitschaft, immer wieder von Neuem an die Menschen zu glauben und zu vertrauen. Das werden uns wohl all jene bestätigen, die einen dieser wundervollen Hund adoptiert haben.

 

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